Obstbaumpfleger
KURSE
23.01.2027 / 9:00 – 12:00 Uhr
Infotag für Obstbaumpfleger in Königsbrunn
Einladung und genauere Informationen folgen
Kreisverband Augsburg-Land/Stadt
20.11.2027 / 9:00 – 12:00 Uhr
1. Obstbaumpfleger-Treffen in Herbertshofen
Einladung und genauere Informationen folgen
Kreisverband Augsburg-Land/Stadt
BERICHTE
Bericht zum überregionalen Fach- und Baumwarttreffen 2026 in Illertissen und Weißenhorn
Der gemeinsamen Einladung des Bayer. Landesverbands für Gartenbau und Landespflege und des Baden-Württembergischen Landesverbands für Obstbau, Garten und Landschaft (LOGL) nach Illertissen und Weißenhorn waren gut 100 Obstbaumpfleger aus beiden Bundesländern gefolgt. Die Begrüßung erfolgte durch die beiden Präsidenten Jürgen Metzger und Wolfram Vaitl. Die Vorträge am Vormittag standen unter dem Motto „Obstbau im Klimawandel“.
Im ersten Vortrag „Gesunder Boden- klimaresiliente Pflanzensysteme, Bodenfruchtbarkeit, Bodenaufbau und Mulchwirtschaft “ zeigte Urs Mauk seine an die Permakultur angelehnte Vorgehensweise zur Etablierung gemischter Obst-Anpflanzungen. Mulch, darunter auch große Mengen an Holzhackschnitzel, dienen als Wasserspeicher und Ausgangsmaterial für den Humusaufbau. Stichwort „Waldboden aus Menschenhand“.
Eine dichte gemischte Bepflanzung in einem Art Bleiber-Weicher-System liefert beginnend mit Erdbeeren, später Beerenobst und dann verschiedenen Obstarten früh nutzbare Erträge. Langlebigste Komponente des Systems sind Walnussbäume.
Im zweiten Vortrag stellte Jonas Machnik von der Gemeinschaft Tempelhof in Kreßberg den dortigen Einstieg in den Selbstversorger-Obstbau vor. Hintergrund-Infos zu der unkonventionellen Gemeinschaft gibt es unter Tempelhof: Eine Hightech Kommune in Schwaben - Magazin - SZ.de.
Dort bewirtschaftet man ca. 30 ha schwere Tonböden und will die Acker- und Grünlandflächen zum Obstanbau in einem Art Agro-Forstsystem mit ca. 30 bis 40 m Reihenabstand, möglichst entlang der Höhenlinien gepflanzt, nutzen. Die Kombination aus alten und neuen Sorten ist so gewählt, dass über einen möglichst langen Zeitraum Tafelobst geerntet werden kann. Als Unterlagen wurden bei Apfel M 25 gewählt. Für Trockenperioden wurde eine Tropfbewässerung installiert.
Überraschende Verbindung beider Referenten war, dass sie beide auf dem Obergrashof bei München (Dachauer Moos) ökologischen Gemüseanbau gelernt haben.
Als 3. Vortrag gab es von Eva Grubmiller noch einen Kurzbericht zum Pilotprojekt Klimaresiliente Streuobstwiese. Infos hierzu (Affolter-Pflanzung, Unterlagen, Ammenbäume) findet man bei LOGL und dem Pomologenverein.
Am Nachmittag gab es aufgeteilt in 2 Gruppen eine Führung im Kreismustergarten des Landkreises Neu-Ulm bei Weißenhorn und der angrenzenden Streuobst-Anpflanzung aus dem Sortenerhaltungsprojekt „Besondere Apfel- und Birnensorten in Nordschwaben“.
Die Sorten wurden unter fachlicher Begleitung von Hans-Thomas-Bosch in den Jahren 2016 bis 2019 gesammelt.
Der Kreis-Mustergarten ist mit den Bereichen Gemüse, Obst, Rosen, Stauden und einem Steingarten mit heimischen, trockenheitsresistenten Pflanzen (Alpinarium) wirklich sehenswert. Die Anlage kann nur durch ständige finanzielle Unterstützung durch den Landkreis entsprechend gepflegt werden. (Budget ca. 40.000,00 €/Jahr).
Der Streuobst-Sortengarten wurde Großteils als Gerüst-Veredelung etabliert (Unterlage Bittenfelder, Stammbildner, Edelsorte). Die Erziehung erfolgt als „Oeschbergkrone“ mit 4 Leitästen, wobei ich als glühender Verfechter des Oeschberg-Palmer-Schnitts die für die Breitenentwicklung der Krone unverzichtbaren begleitenden Fruchtäste vermisst habe.
Für den Bericht:
Sepp Höschl (für Rückfragen sepphoeschl@gmail.com Mobil 0179 55 95 281)
Weitere Teilnehmer Deutenkofener Baumwarte: Hermann Baur, Franz Vockinger